Kleine Zeitung, 17. Oktober 2010
Leserbrief "Humane Fremdenpolitik?"
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Integration ist kein einfaches Thema,
dessen sind wir uns auf Grund unserer täglichen Arbeit bewusst. Wir wissen, wovon wir reden. Wir leben Integration täglich an unserer Schule. Wir bilden junge Menschen aus, die nicht mit Scheuklappen durch das Leben gehen sollen. Wir konfrontieren unsere SchülerInnen mit der nicht immer einfachen Realität. Wir unterrichten junge Menschen, die komplexe Zusammenhänge verstehen lernen müssen.
Wie sollen wir aber erklären, dass es in Österreich normal ist, zwei achtjährige Mädchen von der Mutter zu trennen? Wie sollen wir erklären, dass Frau Fekter sich dabei auf die von ihr und ihren RegierungskollegInnen selbst geschaffene Gesetzeslage beruft? Wie sollen wir erklären, was nicht erklärbar ist?
Politiker der Regierungsparteien sollen sich nicht pro forma über den täglichen Rassismus in diesem Land empören. Sie haben ihn mit gesät, und noch schlimmer: Sie schüren ihn zum Wählerfang weiter. Stattdessen wäre es an der Zeit, endlich eine soziale und menschenwürdige Integrationspolitik zu betreiben oder auch die leidige Bildungsdebatte konstruktiv zu lösen.
Damit wir als Lehrerinnen und Lehrer uns wieder unserer eigentlichen Aufgabe zuwenden können: uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen die Welt in all ihrer Komplexität und Pluralität verständlich und begreifbar zu machen.
Die Lehrerinnen und Lehrer der HLW Sozialmanagement der Caritas in Graz
