Erfahrungen in Rumänien

Wir sind 5 Mädchen aus der HLW Sozialmanagement Graz aus dem 4. Jahrgang und wir waren diesen Sommer für unser Praktikum in Timişoara in Rumänien. Die Stadt liegt in der Nähe der ungarischen Grenze und ist ungefähr so groß wie Graz. Als wir nach Timişoara gekommen sind, waren wir alle positiv überrascht, denn wir hätten uns die Stadt viel ärmer vorgestellt. Natürlich sind die Menschen hier ärmer als in Österreich, aber man sieht es nicht so sehr. Wenn man dann aber weiter ins Landesinnere fährt, wird die Armut sichtbarer. Die Häuser sehen heruntergekommener aus und sind viel einfacher als in der Stadt.

Gewohnt haben wir im Kloster der Salvatorianer und unser Praktikum haben wir bei der Caritas Timişoara und der Pater-Berno-Stiftung absolviert. Wir haben in vier verschiedenen Einrichtungen jeweils eine Woche gearbeitet und konnten dadurch überall einen guten Einblick bekommen. Tätig waren wir in der Suppenküche, dem Hospiz, dem Kinderheim und einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung. Wir mussten vor allem bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie kochen, schälen, putzen und abwaschen helfen, da die Einrichtungen dafür viel zu wenig Personal haben.

Die Suppenküche bereitet jeden Tag ungefähr 250 Portionen Essen für verschiedene Projekte der Caritas zu. Unsere Hauptaufgabe hier war das Schälen und Verarbeiten von Kartoffeln und Karotten. Im Hospiz werden Menschen in der Endphase ihrer Krankheit medizinisch begleitet. Wir haben dort vor allem geputzt und den Garten gejätet. Außerdem haben wir die älteren Menschen gefüttert und waren mit ihnen spazieren. Danach waren wir in einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen. Menschen aller Altersgruppe aus den umliegenden Dörfern von Timişoara. Dadurch, dass sie hierherkommen, können sie einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und erleben einen geregelten Tagesablauf. Denn in Rumänien ist es oft noch so, dass Menschen mit Beeinträchtigungen von ihrer Familie versteckt werden. Zuletzt waren wir noch im Kinderheim. Dieses hat Platz für 18 Jugendliche ab 10 bis 18 Jahren. Die Kinder sind teilweise Waisenkinder oder Kinder, die aus ihren Familien geholt wurden. Hier haben wir uns mit den Kindern beschäftigt.

Wir bekamen durch unser Praktikum einen guten Einblick in ein Sozialsystem außerhalb von Österreich. Das war sehr interessant, weil es dort doch anders abläuft. Es gibt viel weniger finanzielle Unterstützungen vom Staat als in Österreich und viel weniger soziale Einrichtungen.

Das Praktikum hat uns sehr gut gefallen und wir würden es auf jeden Fall noch einmal machen. Alle Menschen, mit denen wir gearbeitet haben, waren sehr freundlich und haben uns herzlich aufgenommen. Besonders Astrid Grün, die Leiterin des Kinderheims und unsere Ansprechperson, hat sich sehr nett um uns gekümmert.

 

Nina Neubacher, Sarah Schellnast, Lilo Sitte, Laura Sitzenfrey und Eva Tändl, 4A