شاي مع قليلا سكر

 

 

شاي مع قليلا سكر

 

Das sind vermutlich die einzigen arabischen Worte, die ich mir in diesem Schuljahr merken werde, jedoch steckt hinter ihnen viel mehr als nur die Bedeutung „Tee mit ein bisschen Zucker“.

Ich mache mein unterjähriges Praktikum in diesem Jahr (Schuljahr 2015/16) bei einer Flüchtlingsbetreuungsstelle der Caritas im Bezirk Voitsberg. Acht Männer in einem Flüchtlingsquartier und eine vierköpfige Familie werden im Alltag begleitet. Diese Betreuung umfasst beinahe tägliche Besuche, bei denen abgeklärt wird, welche Neuigkeiten es gibt und welche Hilfe in allen möglichen Bereichen benötigt wird. Jede Woche gibt es viele neue Aufgaben für die Flüchtlingskoordinatorinnen, welche immer gut bewältigt werden.

 Die acht jungen Männer wohnen gemeinsam in einem kleinen Haus, dem „Flüchtlingsquartier“. Dort sind sie oft den ganzen Tag, wenn sie nicht gerade mit dem Rad in der Stadt unterwegs sind, oder sogar Ausflüge nach Graz oder Wien unternehmen. In die großen Städte zieht es alle von ihnen. Sie sind nun vor etwa neun Monaten aus den unterschiedlichsten Ländern nach Österreich gekommen. Viele aus Afghanistan, Syrien, Irak, der Ukraine, bunt gemischt, doch alle können mittlerweile schon gut deutsch sprechen. Das liegt vermutlich daran, dass sie montags bis freitags jeden Tag für 2 Stunden an einem Deutschunterricht teilnehmen, welcher im Quartier selbst stattfindet. Auch die offizielle „A2-Deutschprüfung“ konnten alle schon positiv ablegen.

Ein Elternpaar, ein Mädchen (4 Jahre) und ein Junge (8 Jahre) wohnen im Pfarrhaus in St. Bartholomä. Nachdem die Familie aus Syrien nach Österreich kam, verharrte sie noch längere Zeit in Traiskirchen bis sie schließlich in dem kleinen Dorf zwischen Voitsberg und Graz einen Platz zum Leben fanden. Sie sind gerade erst am Anfang ihres Deutsch-Kurses, was die Arbeit noch einmal ein bisschen spannender macht. Die Kinder besuchen bereits Kindergarten und Schule.

Jeden Dienstag freue ich mich auf die Arbeit und vor allem auf neue Blickwinkel. Ich habe jetzt schon unglaublich viele positive Erfahrungen gesammelt, wurde wahnsinnig gastfreundlich aufgenommen, und es gab noch kein einziges Mal, an dem ich keinen (wie am Anfang erwähnt) Tee mit ein bisschen Zucker bekam, nachdem die Arbeit erledigt war.

Katharina Fraissler, 3B-Klasse

Katharina Fraissler (3B-Klasse) bei ihrem Praktikum

Katharina Fraissler (3B-Klasse) bei ihrem Praktikum