Nie wieder!

Am 11./12. April 2018 fuhren wir, die 3B-Klasse, im Rahmen einer Exkursion nach Mauthausen und Hartheim. Beide Orte spiegeln den Terror der NS-Zeit wider. Dank der Vorbereitung im Unterricht in Geschichte und Religion hatten wir ein breit gefächertes Vorwissen, was uns zugute kam. Nach dem Gedenkstättenbesuch in Mauthausen hatten wir am Abend im Jugendgästehaus eine Nachbesprechung mit Herrn Dr. Helmut Fiereder, der uns einige sehr persönliche Geschichten von ZeitzeugInnen erzählte.

Am zweiten Tag machten wir einen Workshop in der Euthanasieanstalt Hartheim mit.

Zu guter Letzt schlossen wir den Tag positiv ab, und zwar im Mini-Streichelzoo des Institutes Hartheim. Das war ein Gegengewicht zum herausfordernden Programm.

Die Exkursion war sehr interessant und wichtig. Sie hat uns deutlich gemacht, dass wir aus der Geschichte lernen sollen, damit so Schreckliches nie wieder passiert.

Anna Ostermann, 3B

 

Auch Dinge haben Tränen

 Ich bin rund und weiß und habe violette Blumen auf meiner bauchigen Außenseite. Immer stand ich in einem Regal neben anderen Tassen. Seit meiner Ankunft in der Greißlerei hörte ich tagsüber den Gesprächen zu. Die Stimmung war unruhig und ängstlich. Es war Krieg.

Infolge der Erschütterungen bei Luftangriffen gingen viele meiner Kollegen zu Bruch.

Ich blieb stark und hoffte, an einen sicheren Ort zu kommen.

Eines Tages lächelte mich eine hübsche  junge Frau an, nahm mich in die Hand und murmelte: „Du gefällst meiner Marianne bestimmt.“ Ich wurde verpackt und bekam erst nach ein paar Tagen wieder Tageslicht zu sehen. Ein kleines Mädchen lachte und nahm mich glücklich in seine Hände. Endlich hatte ich ein Zuhause und jemanden, der mich jeden Tag in die Hände nahm. Das ging gut, bis meine Marianne mich gegen die Tischkante stieß und ich dabei ein Stück meines Randes verlor. Das schmerzte mich, aber ich konnte meinem Mädchen nicht böse sein. Es hatte ja Kinderlähmung.

Eines schönen Tages begann Mariannes Mutter hektisch den Koffer zu packen. An einen Erholungsort sollte es gehen. Bevor ich mich versah, landete auch ich im Koffer. Von der Reise bekam ich nicht viel mit, nur so viel, dass ich nach einigen Tagen von Männern in Uniform in einem Schloss ausgepackt und sehr unsanft in eine Schachtel gelegt wurde.

Schlussendlich landete ich in einem Erdloch. Ich konnte nur ahnen, was mit den Menschen hier passierte. Was genau mit Marianne geschah, erfuhr ich nie.

Jahrzehntelang lag ich unter der Erde, bis ich ausgegraben wurde. Wieder stehe ich traurig in einem Regal und werde von Menschen betrachtet. Noch immer hoffe ich, dass mich eine warme Hand ergreift und an einen sicheren Ort bringt.

Claudia Lieger, Antonia Marchel, Barbara Siegl, 3B

 

  • © HLW Sozialmanagement Graz

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