Wir schreiben Geschichte!

Die Schülerinnen der 2A der HLW Sozialmanagement Graz lassen uns in sehr persönlichen Texten an ihren Eindrücken teilhaben und schaffen damit auch Zeugnisse für die Erforschung der Corona-Zeit.

Quellen sind das wichtigste Arbeitswerkzeug für HistorikerInnen, denn nur über sie lässt sich die Vergangenheit erschließen. Neben Bauwerken, Gemälden oder Filmaufnahmen gibt es auch die sogenannten Zeitzeugenberichte. Diese schriftlichen Aufzeichnungen erlauben es uns, tief in die Wahrnehmung einzelner Personen einzutauchen und quasi durch ihre Augen zu sehen und mitzuerleben, wie es war.

Die Schülerinnen der 2A der HLW Sozialmanagement haben im Rahmen eines Arbeitsauftrages im Fach Geschichte und Politische Bildung nun solche Berichte verfasst, in denen sie schildern, wie sie die „Corona-Auszeit“ erleben. Die Textsorten reichen von Tagebuchaufzeichnungen über persönliche Berichte und Collagen mit Zeitungsberichten bis hin zu Interviews. Diese heute verfassten Texte könnten morgen schon ein wissenschaftlicher Forschungsgegenstand sein, denn: Liest man nur einen dieser Texte, sieht man die Quarantäne-Zeit mit den Augen der jeweiligen Schülerin, liest man sie jedoch alle, bekommen die Lesenden einen Eindruck davon, wie eine Generation diese Wochen wahrnimmt und auf wie vielen verschiedenen Ebenen die aktuellen Umstände Spuren hinterlassen.

(MMag. Andrea Walluch-Gamweger)

 

Wir schreiben das Jahr 2020, das zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Monate dauert. Das Jahr, das in die Geschichte eingeht wird, nicht, weil so viele wunderbare Dinge passiert sind, sondern weil ein Virus die Weltwirtschaft lahmlegte.

Hannah Tuchschmidt, 2A-Klasse

 

Jeden Tag werden neue Maßnahmen gesetzt und es beunruhigt mich sehr, aber ich finde es irgendwie interessant, weil so ein Ausnahmezustand für mich bis jetzt immer unmöglich war. Nie hätte ich mir gedacht, dass ich jemals in so einer Situation sein werde. Wenn meine Uroma vom Krieg erzählt hat, war ich immer froh, dass ich in der Zeit ohne Krieg lebe und jetzt befinden wir uns auch in so einer Ausnahmesituation. Dies war für mich sogar vor ein paar Tagen noch unvorstellbar.

Hannah Dinsleder, 2A-Klasse

 

Ich hatte Bedenken, was das Home-Office betrifft. Ich war nicht sehr erfreut, noch nie in meinem Leben habe ich mir so sehr gewünscht in die Schule gehen zu dürfen, wie an diesem ersten Home-Office-Tag. Ja, es war großartig, nicht eine Stunde in die Schule fahren zu müssen, dennoch habe ich mir nichts anderes gewünscht. Anna-Lena Landl, 2A-Klasse

 

Alleine wenn ich daran denke, überkommen mich so viele Gefühle. Zum einen Wut. Wut auf die Menschen, die den Ernst der Lage nicht verstehen, und Wut auf die Personen, die trotzdem hingehen, wo sie wollen, in großen Gruppen. Auch Angst macht sich in mir breit. Angst vor der kommenden Zeit. Angst vor den Veränderungen. Aber auch Angst um jeden Menschen, der daran leidet und erkrankt ist.

Lenia Ottenschläger, 2A-Klasse