Projekttag – "Wo will ich hin?"
Physiotherapie mit Fokus auf Frauengesundheit
Physiotherapie mit Fokus Frauengesundheit
Wir durften am Workshop „Physiotherapie mit Fokus Frauengesundheit“, geleitet von Physiotherapeutin Nina Eller, teilnehmen. Dabei erhielten wir viele neue und spannende Informationen über den weiblichen Zyklus sowie die Anatomie des Frauenkörpers. Anschließend durften wir uns gegenseitig den sogenannten „Schmerzstern“ gegen Menstruationsschmerzen tapen und gemeinsam ein kurzes Trainingsprogramm mit verschiedenen Kraft- und Dehnübungen speziell für Frauen absolvieren. Außerdem erzählte uns Frau Eller vom Ausbildungsweg zur Physiotherapeutin bzw. zum Physiotherapeuten und berichtete von ihrem eigenen Werdegang.
Sophia Meier und Isabella Puntigam, 5A
Physiotherapeut*in werden
Bachelorstudium (FH) nach Matura
Gute Wahrnehmungsfähigkeit
Koordination und Körpergefühl
Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen
Kommunikations- und Teamfähigkeit
Sicherer Umgang mit körperlicher Nähe
Frauengesundheit: 8 Top Tipps
Dein Zyklus = Dein Gesundheitsbarometer.
Zyklustagebuch: Kenne deine Muster.
Starke Schmerzen? Nicht normal – abklären lassen!
Wärme, Atmung, Dehnung helfen
Taping entspannt & fördert die Durchblutung.
Beckenboden in Balance halten – weder zu fest noch zu locker.
Hol dir klare Diagnosen – Zweitmeinungen sind dein Recht!
Endometriose: jede 10. Frau betroffen – es gibt gute Therapieangebote.
Arbeitgeber Bank
Arbeitgeber
Bank
Polizei macht Schule
Der Polizei-Workshop hat uns allen sehr gefallen, da er uns einen Einblick in den Alltag einer*s Polizist*in gezeigt hat. Besonders gut hat uns gefallen, dass wir Einblicke in verschiedene Bereiche bekommen haben. Es kamen auch neue Interessen auf und Möglichkeiten für unsere Zukunft."
Know your fertility
Besuch in der Universitätsklinik für Frauenheilkunde
Am Donnerstag hatten die Schülerinnen vom Bildungscampus Graz die Gelegenheit, die Kinderwunschklinik in Graz zu besuchen. Dort wurden sie herzlich von Frau Dr.in Kollmann empfangen, die ihnen anschaulich die verschiedenen Aspekte des weiblichen Zyklus und der Fruchtbarkeit näherbrachte. Sie erläuterte, welche Faktoren die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können und welche Optionen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch haben. Besonders beeindruckend war das Wissen über das Einfrieren von Eizellen und Embryos bei -300 °C, sowie die verschiedenen Syndrome des weiblichen Reproduktionstrakts, darunter Endometriose und das PCO-Syndrom.
Frau Dr.in Kollmann erklärte auch die weibliche Anatomie, die unterschiedlichen Geburtsarten, die Risiken von Geschlechtskrankheiten und verschiedene Verhütungsmethoden. Außerdem führte sie die Schülerinnen durch die Universitätsklinik, wo sie wichtige Einrichtungen wie Hörsäle und Untersuchungsräume besichtigen konnten. Ein Highlight war die Möglichkeit, ein Ultraschallgerät auszuprobieren und bei einer nachgebauten Geburt zu assistieren.
Während des gesamten Besuchs nahm sich Frau Dr.in Kollmann viel Zeit, um die Fragen der Schülerinnen ausführlich zu beantworten. Die Schülerinnen waren begeistert von den spannenden Einblicken in die moderne Medizin und die vielfältigen Aspekte der weiblichen Gesundheit.
Aline Wetzlmair
Steuerberatung und Buchhaltung
Unser Projekttag mit Deloitte war voller spannender Einblicke in die Arbeitswelt!
Die Vortragenden haben sich viel Zeit genommen, um uns ihre Tätigkeiten näherzubringen, alle unsere Fragen zu beantworten und uns genau zu erklären, wie man in diesen Beruf einsteigt und welche Weiterbildungen nötig sind.
Besonders interessant war auch das Gespräch über Vorurteile gegenüber Steuerberater*innen. Da steckt nämlich viel mehr dahinter, als man denkt!
Zum Abschluss gab’s noch zwei spielerische Aufgaben rund um Buchhaltung, bei denen wir unser schulisches Wissen direkt anwenden konnten.
Anastasia Vucenovic, 4B
Kleine Zeitung
Rette sich wer kann!
das Österreichische Rote Kreuz, Bezirksstelle Graz-Stadt
Beim Besuch des Roten Kreuzes am Neufeldweg haben wir die Leistungsbereiche besprochen, wie beispielsweise den Rettungsdienst, die sozialen Dienste, den Suchdienst und den Blutspendedienst. Außerdem haben wir das Gebäude der Bezirksstelle Graz-Stadt erkundet und über die Ausstattung eines Rettungswagens gesprochen, welchen wir uns später auch näher angeschaut haben. Wir haben uns auch über die Ausbildung zum*zur Rettungssanitäter*in bzw. über die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres unterhalten. Es war sehr interessant und wir haben viele Möglichkeiten kennengelernt, wie wir uns schon jetzt oder auch nach der Schulzeit beim Roten Kreuz einbringen können.
Magdalena Ettinger, 5A
Arbeitsfeld Apotheke
Konzentrationsbooster in Form eines Roll-On, Glyzinkapseln für mehr Energie und straffes Bindegewebe sowie eine Pflegecreme für „ewig schöne Haut“ – das stand im Fokus der praktischen Arbeit in unserer Mini-Apotheke.
Dass diese auch nur EINE Mikrowaage hatte, war der Grund für sehr kreative Teemischungen, deren Mischverhältnisse wir über den Daumen gepeilt haben.
Petra Pirker
Journalismus
Schulabschluss in der Tasche – was nun?
Diese Frage versuchte der Bildungscampus Graz am 05.11.2025 im Rahmen eines Projekttages mithilfe von Workshops und Lehrausgängen zu beantworten. Für diesen besonderen Anlass wurden einige Absolvent*Innen und Expert*innen unterschiedlichster Fachrichtungen in die Schule eingeladen.
Obwohl die Schule einen Schwerpunkt im Sozialbereich setzt, waren die Themen des heutigen Tages breit gefächert und gingen von Journalismus über Wirtschaft bis hin zu Yoga und Selbstfindung. Ein Teil der Workshops fand am Bildungscampus, ein anderer direkt in Einrichtungen und Unternehmen statt.
In jedem Workshop wurde das Berufsfeld vorgestellt mit Infos zu Ausbildung und Arbeitsalltag bis hin zu persönlichen Perspektiven. Aber auch Herausforderungen, mit denen man im Beruf zu kämpfen hat, waren Teil der interaktiven Workshops.
Ein großes Überthema war die Gesundheit. Es gab Workshops über Physiotherapie, das Rote Kreuz, Gynäkologie, Hörakustik, das psychiatrischen Umfeld, den Wandel „von der Selbstoptimierung zur Selbstbegegnung“, von einer Apothekerin und einer Kinderärztin sowie von Vertreter*innen verschiedener Studiengänge der FH Pinkafeld.
Ein weiter Bereich war die Wirtschaft mit einem Finanz-Workshop, einem Workshop über Steuerberatung und Buchhaltung sowie zum Thema „Zukunft Handel“.
Journalismus spielte ebenfalls eine große Rolle mit einer „Presse“-Journalistin und einem Blogger/Podcaster sowie einem Lehrausgang zur „Kleinen Zeitung“.
Weitere spannende Workshops wurden von der Polizei, Vertreter*innen der Mode- und Lebensmittelbranche und der Organisation Lebensgroß abgehalten.
Viele Schüler*Innen wissen derzeit noch gar nicht, in welchem Bereich sie einmal arbeiten möchten. Bei Workshops mit Vertreter*innen der ÖH der Uni Graz und mit Absolvent*innen unserer Schule unter dem Titel „Karriere ohne Kompass – und trotzdem ans Ziel“ lernten sie verschiedene Berufsfelder kennen.
Durch die Workshops haben die Schüler*Innen neue Wege kennengelernt, Berufswünsche gefunden und neue Kontakte geknüpft. Sie freuen sich über neue Erkenntnisse und haben die Abwechslung zum typischen Schulalltag genossen.
Viktoria Großschädl Lena Neuhold und Selina Prettenhofer, 5A
Top oder Flop: Projekttag über das weitere Berufsleben an Schulen
Ein Kommentar
Viele Schüler*innen zerbrechen sich den Kopf darüber, womit sie in der Zukunft ihr Geld verdienen wollen. Ist hierbei ein Projekttag, an dem verschiedene Werdegänge vorgestellt werden, wirklich sinnvoll oder ist er nur reine Zeitverschwendung?
Trotz der genialen Idee eines Projekttags sitzen wir NICHT in unserem Wunsch-Workshop. Wir wurden dem Journalismus zugeteilt. Zuerst waren wir ziemlich skeptisch gegenüber dem Workshop, da dies in keiner Weise das Berufsfeld war, das wir uns für unser späteres Leben vorstellen. Unsere eingeschränkte Sichtweise wurde aber rasant erweitert durch den Einblick hinter die Kulissen und die praktische Erfahrung, die wir durch diesen Text sammeln konnten.
Der frühe Vogel fängt den Wurm: Wer sich zuerst anmeldet, bekommt den gewünschten Platz. Viele Schüler*innen gingen dabei leer aus. Aber gibt es auch an anderen Plätzen Würmer, die ganz gut schmecken können?
Durch verschiedene Workshops von unterschiedlichen Berufen bekommt man eine völlig neue Perspektive. Es werden nicht nur die positiven Aspekte genannt, sondern auch der ungeschminkte Arbeitsalltag gezeigt. So fällt es den Schüler*innen viel leichter, mit ihren Eigenschaften auf die richtige Bahn zu kommen.
Der Projekttag ist auf keinen Fall eine Zeitverschwendung und sollte auch an anderen Schulen eingeführt werden. Vor allem ist es wichtig, nicht immer voreingenommen zu sein, sondern sich auch auf unbekannte Dinge einzulassen. Man nimmt aus jedem Workshop neue, hilfreiche Themen mit – ob gewollter Workshop oder nicht.
Andela Vujinović, Emilia Brandstätter und Ann-Kathrien Gabel, 3B
„Obdachlosigkeit prägt einen sehr“
Ein Interview mit Julia Bordjan im Rahmen des Projekttags
Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?
Ich heiße Julia, ich habe vor einem Jahr hier maturiert, bin nach Wien umgezogen und arbeite dort jetzt in der Obdachlosenhilfe.
Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
Tatsächlich durch einen Arbeitskollegen. Dieser hat gesagt, dass Leute gesucht werden, und so bin ich in dieses Berufsfeld gekommen.
Was sind Ihre Aufgaben?
Also, wir sind ein Tageszentrum für Obdachlose, wir haben nur im Winter geöffnet und kochen für die Leute. Außerdem geben wir Essen aus, führen Gespräche mit den Leuten und lösen Konflikte, da sehr viele Menschen auf geringem Raum sind und daher leicht Reibungen entstehen. Im Allgemeinen beschäftigen wir uns einfach mit den Menschen.
Was sind aktuelle Probleme, vor allem hinsichtlich der politischen Entwicklung?
Gerade der Faktor, dass es nur im Winter Angebote gibt und im Sommer keine, spricht für Kürzungen. Viele Notquartiere in Wien geben jetzt aufgrund von Budgetkürzungen auch kein Essen mehr aus. Es gibt auf jeden Fall weniger Plätze.
Was sind Ihre Highlights? Was mögen Sie nicht so gerne?
Ich mag es gerne, die Personen so zu sehen, wie sie sind. Oft haben die Menschen ein nicht der Norm entsprechendes Verhalten. Man muss sich das so vorstellen: Obdachlosigkeit prägt einen sehr. Und was mir nicht so gut gefällt, sind die Arbeitsumstände. Es gibt Kürzungen im Budget. Gäbe es mehr Geld, wäre mehr möglich, und wir könnten den Menschen etwas Besseres bieten.
Gibt es etwas, das besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, aber kein positives Erlebnis. Bei uns ist es oft so, dass die Leute sehr betrunken sind oder unter Drogeneinfluss stehen und dann zusammenbrechen oder medizinisch versorgt werden müssen. Es hat einen Tag gegeben, da hatte ein Mann einen epileptischen Anfall und gleichzeitig gab es einen Konflikt zwischen vier anderen Personen. Das war ein sehr intensiver Arbeitstag.
Wie gelingt es Ihnen, sich gut abzugrenzen?
Vor allem durch Gespräche mit anderen Mitarbeitern und das bewusste Versuchen, nicht mehr daran zu denken. Was auch nicht immer gelingt; man nimmt schon so ein bisschen was mit heim.
Was würden Sie sich in Zukunft wünschen?
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Bedingungen der Gesellschaft so geschaffen werden, dass Obdachlosigkeit bekämpft werden kann.
Marlene Schweighofer, Laura Leber und Elli Pfeifer, 3B und 5BB
Psychische Gesundheit
Mit 12 Schüler*innen bekamen wir einen wirklich interessanten Einblick in das LKH Graz II; Standort Süd, ehemals Sigmund-Freud-Klinik. Schon die Gebäudefront der psychiatrischen Abteilung war beeindruckend – mit Auszügen aus einem Brief von Sigmund Freud an Wagner Jauregg.
Frau Jantschgi, Pflegedienstleiterin der Abteilung, führte uns sehr behutsam durchs Haus – vorbei an der Forensischen Abteilung, wo psychiatrische Rechtsbrecher untergebracht sind, in den Innenbereich. Aufgrund der Rücksichtnahme auf die Patient*innen konnten wir nicht auf eine Station gehen.
Besonderes Interesse galt den Berufsmöglichkeiten auf der psychiatrischen Abteilung, wo man neben einer Ausbildung zur Pflege(fach)assistenz auch Lehrberufe wie Koch/Köchin mit Spezialisierung auf diätologisches Essen erlernen kann. Darüber hinaus ist auch die Absolvierung eines Sommerpraktikums eine gute Aussicht für unsere Schüler*innen. Es war ein reger Austausch zum Thema Berufsmöglichkeiten. Beim Zurückfahren wirkte noch in jedem die gewaltige Atmosphäre nach.
Laut Feedback der Teilnehmer*innen wäre eine Fortsetzung lohnenswert – und dafür nehmen wir uns mit, dass wir, sofern möglich, von einer beispielhaften Biografie erfahren bzw. eine beispielhafte Therapieeinheit machen dürfen.
Kathrin Mößler-Rapp und David Prabitz
Pädiatrie
Workshop mit Kinderärztin Daniela Sperl
Zukunft Lebensmittelhandel
Beim Besuch bei Spar in der Lange Gasse konnten die Schüler*innen die verschiedenen Stationen in einem Lebensmittelmarkt kennenlernt – die Feinkost- und Lebensmittelabteilung sowie das Kassieren.
Die Schüler*innen waren sehr interessiert und haben an der Kasse gescannt und eine Bezahlung entgegengenommen.
Im Anschluss wurden wir im Pausenraum mit Süßigkeiten und einer belegten Brezel sehr gut verköstigt und erhielten weitere Informationen über die Firma Spar als Arbeitgeber.
Die Rückmeldungen waren sehr positiv:
Elisabetta: „Ich habe sehr viel mitgenommen, z. B. wie ein Spar aufgebaut ist, was man alles machen muss……“
Lara: „Wie anstrengend ein Job in einem Markt ist …“
Sophie: „Die Firma Spar achtet sehr gut auf ihre Lehrlinge.“
Maria: „Eine Arbeit bei der Firma Spar ist viel spannender als gedacht.“
Anneliese Buchberger
"An dir ist nichts verkehrt"
Von der Selbstoptimierung zur Selbstbegegnung
In diesem Workshop geht es nicht darum, sich ständig zu verbessern, sondern darum, sich selbst besser kennenzulernen und so zu akzeptieren, wie man ist. Im Mittelpunkt steht eine Art von Psychologie, die den ganzen Menschen sieht – mit allen Gefühlen, Gedanken und Seiten. Durch Körperübungen und freie Bewegung zu Musik entsteht Raum für Lebendigkeit und Ausdruck. Ein Workshop, der berührt und lange nachwirkt.
Michaela Reichmann
Botschaften von Schüler*innen:
„Wir sind ok, so wie wir sind.“
„Liebe sagt nicht, sei anders.”
„Selbstliebe ist wichtig.“
„Akzeptiere alle Emotionen.“
„Nimm dir Zeit für dich.“
„Bringe deine Einzigartigkeit zum Ausdruck.“
Digitale Medien – Social Media
Wie werden sich Kommunikationsberufe durch KI ändern?
KI-Bots wie Chat GPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Perplexity AI usw. verbessern sich von Tag zu Tag. Deswegen werden sich in der Zukunft viele Verhältnisse in den Kommunikationsberufen wegen Künstlicher Intelligenz weiterentwickeln – positiv wie auch negativ.
Positive Auswirkungen wären zum Beispiel, dass man Zeit und Kosten sparen würde, da KI Datenanalysen oder auch Textentwürfe einfach übernehmen kann. Angestellte können auch mithilfe von Bots Kund*innen und ihre Zielgruppen besser verstehen und ihnen auch besser weiterhelfen.
Aber wenn es positive Aspekte gibt, muss es auch negative geben, wie zum Beispiel Aufgabenabbau oder vielleicht sogar Arbeitsplatzverlust. Jobs können stark reduziert werden oder sogar komplett wegfallen. Die Chat-Bots sind auch nicht so perfekt und intakt, wie manche denken. Sie geben manchmal falsche oder verzerrte Informationen. Auch wenn der Fehler nur klein ist, können die Konsequenzen schon groß sein.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Kommunikationsberufe sich verändern werden, aber sie werden nicht verschwinden.
Victoria Wieder
Wo will ich hin?
Manchmal frage ich mich, wohin ich eigentlich will. Ich bin 18 Jahre alt, noch Schülerin, und stehe an der Grenze zwischen dem, was war, und dem, was kommen wird. Was soll ich nach der Schule machen? Will ich das, was ich jetzt will, in Zukunft überhaupt noch? Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich in der Schule verbracht – ob es mir gefiel oder nicht – und plötzlich ist alles vorbei. Was jetzt? Studium, Arbeiten oder vielleicht doch ein Auslandsjahr? Es gibt unzählige Möglichkeiten; es wirkt fast unmöglich, sich zu entscheiden. Und dann soll man diese Entscheidung auch noch für den Rest seines Lebens treffen?
Vielleicht entdecke ich auch etwas, das ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen kann. Vielleicht entscheide ich mich später auch noch einmal anders. Egal, ob mein Weg gerade verläuft oder nicht: Jeder einzelne Umweg wird mich als Person wachsen lassen und mich trotzdem an mein Ziel, was immer es auch sein mag, bringen.
Manchmal frage ich mich, ob es nicht einfach reicht, meinen Weg zu gehen. Vielleicht ist es ja gar nicht so wichtig, von Anfang an zu wissen, wohin ich will. Aber eines weiß ich: Ich werde ankommen – egal, wie viele Umwege ich gehen muss.
Anna Waltl, 5A
Wo will ich hin?
Ständig wird mir die Frage gestellt: „Was willst du eigentlich nach der Schule machen?“ Die ehrliche Antwort lautet: „Ich weiß es nicht!“ Ich meine – wie denn auch?
Ich bin Sara, 19 Jahre alt, und habe noch so gut wie keinen Plan, was ich nach der Matura machen möchte. Zwar bin ich in meinem Ort im Landjugendvorstand als Pressereferentin tätig, aber ist das wirklich etwas, das ich mein ganzes Leben lang machen will?
Seit 2023 arbeite ich als Pressereferentin in der Landjugend. Die ersten zwei Jahre war ich nur Stellvertreterin, doch seit 2025 habe ich sozusagen die Verantwortung über unseren Social-Media-Auftritt und unsere Website übernommen. Es macht Spaß und ich tue es wirklich gerne – aber das 40 Stunden pro Woche, jeden Tag, als Beruf? Da bin ich mir nicht sicher.
Ein anderes Talent von mir ist das Organisieren – zumindest würde ich das von mir behaupten. Das habe ich vor allem beim Planen unseres Maturaballs gemerkt. Es begeistert mich, gemeinsam im Team Projekte auf die Beine zu stellen und den Erfolg unserer Arbeit mitzuerleben. Ich finde außerdem, dass ich bei meinen Planungen sehr strukturiert und ordentlich arbeite. Wenn mich etwas wirklich interessiert, investiere ich gerne Zeit und Engagement, egal wie lange es dauert.
Ein kleiner Nachteil: Wenn etwas nicht so funktioniert, wie ich es mir vorstelle, fällt es mir schwer, andere Lösungen oder Vorschläge zu akzeptieren.
Alles in allem mache ich beides sehr gerne – zumindest in meiner Freizeit. Dennoch habe ich Angst, dass die Berufsaussichten später nicht so gut sind oder dass ich mir die Jobs anders und besser vorstelle, als sie am Ende tatsächlich sind.
Vielleicht muss ich im Moment auch noch gar nicht genau wissen, was ich später machen will. Wichtig ist doch, mir Zeit zu nehmen, verschiedene Dinge auszuprobieren und herauszufinden, was mir wirklich Freude bereitet. Ich weiß, dass ich gerne im Team arbeite, Verantwortung übernehme und kreative Ideen umsetze. Auch wenn ich jetzt noch keinen konkreten Plan habe, bin ich überzeugt, dass sich mit Offenheit, Motivation und ein bisschen Mut der richtige Weg finden wird.
Sara Brottrager, 5B
Wo willst Du hin? Nachdenken über Journalismus und Kommunikationsberufe. Ein Gedankenanstoß von Wolfgang Kühnelt
Als ich in die Schule ging, wurde ich auch gefragt, was ich gerne werden würde. Ich hatte damals keine Ahnung. Berufsorientierung gab es nur dem Namen nach. Es ist nach Umwegen trotzdem etwas aus mir geworden. Ich wurde freier Journalist und Werbetexter, später Buchautor und Ghostwriter. Noch später wurde ich Lehrer und mittlerweile unterrichte ich an einer Fachhochschule, produziere gemeinsam mit Kolleg*innen Podcasts, schreibe Texte und berate Unternehmen in Sachen Kommunikation. Ich kenne viele Leute, die ähnlich bunte Lebensläufe haben, ohne dass das ihr eigentlicher Plan gewesen wäre. Es soll einem oder einer nichts Schlechteres passieren, als plötzlich mit einem überraschenden und abwechslungsreichen Berufsleben dazustehen.
Meine erste Lektion wäre daher: Es ist vergleichsweise unerheblich, was man mit 16, 17, 18 oder 19 Jahren als Berufsziel nennt. Relevant ist, dass man sich weiterentwickelt, dass man dazu lernt, und das auch außerhalb der sogenannten Komfortzone. Dabei sollte man sich auch nicht einschüchtern lassen. Zu meiner Zeit redete man von „Lehrerschwemme“, später von „Ärzteschwemme“. Beide Berufsgruppen werden jetzt händeringend gesucht. Dafür ist derzeit der Journalismus im Krisenmodus. Jobs gehen verloren, es fehlt den meisten Medien ein Business-Modell, um die Digitalisierung positiv zu bewältigen und auch junge Menschen zu zahlenden Konsument*innen zu machen. Zugleich werden Aufgaben an die sogenannte Künstliche Intelligenz ausgelagert. Das betrifft das Lektorat, die Bildgestaltung, die Grafik und bedauerlicherweise zuweilen auch die Recherchen und Texte. In keinem der genannten Bereiche sehe ich die KI heute wirklich schon als ausgereift und konkurrenzfähig. Aber eines ist sie: schnell und billig (wenn man die Umweltkosten nicht berücksichtigt).
Wird deswegen der Journalismus aussterben? Ich bin überzeugt, dass dies nicht der Fall sein wird. Es wird neue Medien und neue Medien-Modelle brauchen. Es wird vermutlich nie wieder so leicht sein wie noch vor wenigen Jahren, so viele Menschen mit einer Botschaft zu erreichen. Aber es wird weiter Journalist*innen geben, die recherchieren, berichten und analysieren – mit oder ohne Unterstützung durch KI-Tools. Sie werden kämpfen müssen – um ihren Job, ihre Freiheit, auch die in finanzieller Hinsicht. Aber sie werden das in Kauf nehmen, weil sie diese Aufgabe lieben.
Ähnlich sehe ich die Entwicklung in der Kommunikationsbranche, diesem heterogenen Gefüge aus Werbung, PR, von mir aus auch Marketing (obwohl das eigentlich etwas anderes meint). Die Instrumente sind längst da im Bereich Bild, Text, Audio und Video. Es gibt zudem viele, die glauben, die KI würde ihre Recherchen, Konzepte, ihre Podcasts und Präsentationen schneller und besser erledigen als sie selbst. Wenn das wirklich so sein sollte, dann nur, weil sie zu schnell mit den Ergebnissen zufrieden sind, die ihnen die Tools liefern.
Und auch wenn die Kommunikationsbranche nicht im selben Maß krisengeschüttelt ist wie der Journalismus, so fürchten sich doch die einen vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, während die anderen hinausposaunen, wie sehr die KI ihre Umsätze steigen lässt. Beides wird sich einpendeln. Es wird Gewinner*innen und Verlierer*innen geben, wie bei jeder technologischen Entwicklung. Wir werden hoffentlich lernen, die Instrumente so einzusetzen, dass sie uns mehr nutzen als schaden. Es wird aber jedenfalls weiter Aufgaben geben, die keine Maschine erledigen kann. Und dafür wird es junge Menschen wie Euch brauchen.
Wolfgang Kühnelt
(c) Foto: Valentina Hagendorfer
Karriere ohne Kompass –
und trotzdem ans Ziel
Matura, was nun?
Lebensgross
Welt der Mode